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Gesunder Mund

Druckstellen durch Prothese oder Zahnspange

2 Min. Lesezeit 02.09.2026

Eine Druckstelle ist eine mechanisch gereizte Stelle der Mundschleimhaut. Sie entsteht dort, wo etwas dauerhaft drückt oder reibt.

Dieser Artikel zeigt, was kurzfristig entlastet, warum die eigentliche Lösung in der Praxis liegt und welche Veränderungen nicht abgewartet werden sollten.

Warum Druckstellen entstehen

Die Mundschleimhaut ist dünn und gut durchblutet. Sie verträgt kurzzeitigen Druck problemlos, reagiert aber auf dauerhafte Belastung mit einer geröteten, schmerzhaften Stelle, die einreißen kann.

Bei einer neuen Prothese ist das anfangs normal. Der Kiefer muss sich an den Fremdkörper gewöhnen, und die Praxis passt in den ersten Wochen mehrfach nach.

Bei einer älteren Prothese liegt es meist am Kieferknochen. Er baut sich über die Jahre langsam ab. Die Prothese bleibt gleich, das Lager darunter verändert sich. Irgendwann liegt sie nicht mehr flächig auf, sondern kippt und drückt punktuell.

Bei einer festen Zahnspange reiben Brackets, Bögen und Drahtenden an Wange und Lippe. Betroffen sind vor allem die ersten Tage nach dem Einsetzen und nach jedem Nachziehen.

Was kurzfristig entlastet

Nehmen Sie eine drückende Prothese für einige Stunden heraus, damit sich die Stelle erholen kann.

Decken Sie störende Teile einer Zahnspange mit dem Wachs ab, das Sie von der Praxis bekommen haben. Ein kleines Stück abrollen, trocknen, aufdrücken.

Essen Sie weich und meiden Sie, was zusätzlich reizt: scharfe Gewürze, sehr Salziges, Zitrusfrüchte, harte Krusten und Nüsse.

Spülungen halten den Bereich sauber, ohne mechanisch zu belasten.

Putzen Sie weiter, mit weicher Bürste und ohne Druck. Eine gereizte Stelle verträgt eine sanfte Reinigung besser als liegen bleibenden Belag.

Was Sie nicht tun sollten

Feilen, schleifen oder schneiden Sie nichts an der Prothese. Was sich an einer Stelle löst, verändert den Sitz überall sonst.

Biegen oder kürzen Sie keine Drähte an der Zahnspange. Sie verändern damit die Kräfte, die auf die Zähne wirken.

Verlassen Sie sich nicht dauerhaft auf Haftcreme. Sie ist eine Überbrückung, keine Lösung.

Der wichtigste Tipp für den Termin

Tragen Sie die Prothese vor dem Zahnarzttermin einige Stunden, auch wenn sie drückt. Nur dann zeigt sich die gereizte Stelle im Mund, und die Praxis kann genau dort anpassen. Wer die Prothese tagelang in der Schublade lässt und mit abgeheilter Schleimhaut erscheint, geht oft mit demselben Problem wieder nach Hause.

Wann zum Zahnarzt

Vereinbaren Sie einen Termin, wenn einer dieser Punkte zutrifft:

  • die Stelle besteht nach zwei Wochen weiter
  • die Prothese sitzt nur noch mit Haftcreme
  • Schwellung, Eiter oder Fieber
  • eine weiße oder rote Veränderung der Schleimhaut, die sich nicht abwischen lässt
  • eine Stelle, die immer wieder an derselben Position auftritt
  • ein abstehender Draht oder ein gelöstes Bracket

Der vierte Punkt ist wichtig. Nicht abwischbare Veränderungen der Mundschleimhaut gehören unabhängig von Schmerzen angesehen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Diagnose oder Beratung.

Haben Sie noch Fragen?

Soll ich die Prothese herausnehmen, wenn sie drückt?

Kurzfristig zur Entlastung ja. Vor dem Zahnarzttermin sollten Sie sie aber unbedingt einige Stunden tragen. Nur dann ist die Druckstelle sichtbar und die Praxis kann die Prothese gezielt anpassen.

Hilft Haftcreme gegen Druckstellen?

Sie überdeckt das Problem, statt es zu lösen. Wenn eine Prothese nur mit Haftcreme sitzt, passt sie nicht mehr. Dauerhaft verstärkt das die Belastung der Schleimhaut und den Knochenabbau darunter.

Was tue ich bei einem abstehenden Draht an der Zahnspange?

Decken Sie ihn vorübergehend mit dem Wachs ab, das Sie von der Praxis bekommen haben, und vereinbaren Sie einen Termin. Biegen oder kürzen Sie nichts selbst, das verändert die Kräfte auf die Zähne.

Wie lange darf eine Druckstelle bestehen?

Ist die Ursache beseitigt, heilt die Schleimhaut meist innerhalb einer Woche ab. Eine Stelle, die nach zwei Wochen noch da ist, gehört angesehen, auch wenn sie nicht mehr weh tut.

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Quellen & Hinweise

  • Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: Patienteninformationen zu Zahnersatz. dgzmk.de