Nach der Weisheitszahn-OP: Den Mund richtig pflegen
2 Min. Lesezeit 02.09.2026
Nach der Entfernung eines Weisheitszahns bildet sich in der Wunde ein Blutgerinnsel. Es verschließt den Knochen und ist die Grundlage der Heilung.
Fast alle Verhaltensregeln der ersten Tage haben nur ein Ziel: dieses Gerinnsel an Ort und Stelle zu lassen. Die Anweisungen Ihrer Praxis gehen diesem Artikel immer vor.
Die ersten 24 Stunden
Aufbeißen. Beißen Sie auf den Tupfer, den Sie in der Praxis bekommen haben, etwa dreißig Minuten fest zu. Danach entfernen und nicht durch einen neuen ersetzen, solange es nicht mehr blutet.
Nicht spülen. Kein Ausspülen, kein kräftiges Bewegen von Flüssigkeit im Mund. Auch nicht mit Wasser.
Nicht saugen. Kein Strohhalm, kein Rauchen. Der Unterdruck zieht das Gerinnsel aus der Wunde.
Kühlen. Von außen auf die Wange, etwa zwanzig Minuten mit ebenso langen Pausen. Ein Kühlelement immer in ein Tuch wickeln.
Ruhig bleiben. Kein Sport, keine schwere Arbeit, kein heißes Bad und keine Sauna. Alles, was den Blutdruck steigert, erhöht das Risiko einer Nachblutung.
Kopf hochlagern. Auch im Schlaf, mit einem zusätzlichen Kissen.
Kein Alkohol. Er erweitert die Gefäße und verträgt sich schlecht mit Schmerzmitteln.
Essen und trinken
Weich, kühl und unauffällig gewürzt. Geeignet sind Suppen nach dem Abkühlen, Kartoffelpüree, Joghurt, Rührei und weich gekochte Nudeln.
Meiden Sie in den ersten Tagen alles Krümelige und Körnige: Körnerbrötchen, Müsli, Reis, Nüsse und Chips. Solche Reste setzen sich in der Wunde fest und lassen sich schlecht entfernen.
Heißes ist ebenfalls ungünstig, weil Wärme die Durchblutung steigert und eine Nachblutung begünstigen kann.
Ab dem zweiten Tag
Spülen Sie nur so, wie Ihre Praxis es vorgegeben hat, und tun Sie es vorsichtig. Die Flüssigkeit im Mund bewegen und dann herauslaufen lassen, statt kräftig zu spülen und auszuspucken.
Putzen Sie die übrigen Zähne weiter ganz normal. Die Wundregion sparen Sie aus, bis die Praxis etwas anderes sagt. Wer aus Vorsicht das ganze Putzen einstellt, verschlechtert die Situation.
Die Schwellung erreicht ihren Höhepunkt meist am zweiten oder dritten Tag. Ab dann darf statt Kühlung vorsichtige Wärme angewendet werden, wenn die Praxis das empfiehlt.
Wann zurück in die Praxis
Melden Sie sich, wenn einer dieser Punkte zutrifft:
- eine Blutung, die sich durch Aufbeißen nicht stillen lässt
- Schmerzen, die ab dem dritten oder vierten Tag wieder deutlich zunehmen, oft mit unangenehmem Geschmack. Das kann auf eine gestörte Wundheilung hinweisen
- Fieber oder eine Schwellung, die nach dem dritten Tag weiter zunimmt
- Eiter oder anhaltend schlechter Geschmack
- ein anhaltendes Taubheitsgefühl an Lippe, Kinn oder Zunge
- die Mundöffnung wird von Tag zu Tag schlechter statt besser
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Anweisung. Die Vorgaben Ihrer Praxis gehen immer vor.
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Quellen & Hinweise
- Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie: Patienteninformation Weisheitszahnentfernung. mkg-chirurgie.de


