Trockene, rissige Hände: Was die Hautbarriere stützt
2 Min. Lesezeit 02.09.2026
Die Haut an den Händen hat wenig Talgdrüsen und wird häufiger gewaschen als jede andere Körperstelle. Beides zusammen macht sie anfällig für Trockenheit.
Dieser Artikel erklärt, was der Hautbarriere zusetzt und mit welchen Gewohnheiten sie sich stabil halten lässt.
Wie die Hautbarriere funktioniert
Die oberste Hautschicht besteht aus abgestorbenen Hornzellen, die von einer Fettschicht zusammengehalten werden. Man kann sich das wie eine Mauer aus Ziegeln und Mörtel vorstellen. Der Mörtel hält Feuchtigkeit im Gewebe und Fremdstoffe draußen.
Wasser und waschaktive Substanzen lösen genau diesen Mörtel heraus. Die Mauer wird durchlässig, Feuchtigkeit entweicht schneller, die Haut spannt. Hält der Zustand an, reißt die spröde Oberfläche an stark beanspruchten Stellen ein, meist zuerst an den Fingerkuppen und über den Knöcheln.
Was der Haut zusetzt
Häufiges Waschen mit heißem Wasser. Je heißer das Wasser, desto mehr Fett löst sich aus der Barriere.
Der Winter. Kalte Luft nimmt weniger Feuchtigkeit auf, die Talgproduktion sinkt, und drinnen trocknet Heizungsluft zusätzlich aus.
Reinigungsmittel und Lösungsmittel. Spülmittel, Putzmittel und Farben greifen die Fettschicht direkt an.
Reibung. Gartenarbeit, Handwerk und trockenes Papier beanspruchen die Oberfläche mechanisch.
Zunehmendes Alter. Die Haut produziert weniger Fett und bindet Wasser schlechter.
Was die Barriere stabil hält
Waschen Sie mit lauwarmem statt heißem Wasser und verwenden Sie ein mildes, rückfettendes Waschstück oder eine Waschlotion statt klassischer Seife.
Trocknen Sie die Hände gründlich ab, auch zwischen den Fingern. Restfeuchte verdunstet und nimmt dabei zusätzlich Feuchtigkeit aus der Haut mit.
Cremen Sie nach jedem Waschen ein. Das ist der wirksamste Punkt der ganzen Liste, weil er den Verlust direkt dort ausgleicht, wo er entsteht.
Nutzen Sie abends eine reichhaltigere Pflege. Über Nacht hat sie Zeit einzuziehen, ohne dass die Hände gebraucht werden. Baumwollhandschuhe verstärken den Effekt.
Tragen Sie Handschuhe bei Haus- und Gartenarbeit und bei Kälte im Freien.
Wenn Sie zwischen Waschen und Desinfizieren wählen können, ist die Desinfektion für die Barriere meist schonender. Sie enthält rückfettende Zusätze und wäscht keine Fette aus.
Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist
Pflege stößt an ihre Grenze, wenn die Haut nicht mehr nur trocken ist. Lassen Sie die Hände ansehen, wenn einer dieser Punkte zutrifft:
- die Haut reißt tief ein oder blutet
- juckende, nässende oder gerötete Stellen kommen dazu
- Bläschen oder Schuppung breiten sich aus
- die Nägel verändern sich
- nach zwei bis drei Wochen konsequenter Pflege bessert sich nichts
- die Beschwerden hängen erkennbar mit der Arbeit zusammen
Der letzte Punkt ist wichtiger, als er klingt. Hautprobleme durch berufliche Belastung lassen sich mit betrieblichen Schutzmaßnahmen oft deutlich verbessern.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung.
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Quellen & Hinweise
- Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Hautschutz am Arbeitsplatz. baua.de
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Trockene Haut. gesundheitsinformation.de


