Zahnfleischentzündung: Was hilft und wann Sie zum Zahnarzt sollten
2 Min. Lesezeit 15.09.2026
Zahnfleisch, das beim Putzen blutet, ist nicht empfindlich. Es ist entzündet.
Dieser Artikel erklärt, wie die Entzündung entsteht, was sie zurückgehen lässt und ab wann Sie das nicht mehr allein regeln sollten.
Wie die Entzündung entsteht
Auf den Zähnen bildet sich ständig ein bakterieller Belag. Bleibt er am Zahnfleischsaum liegen, reagiert das Gewebe darauf mit einer Entzündung. Das Zahnfleisch wird dunkler rot, schwillt leicht an und blutet bei Berührung.
Solange nur das Zahnfleisch betroffen ist, ist der Zustand vollständig umkehrbar. Greift die Entzündung auf den Kieferknochen über, spricht man von einer Parodontitis. Der dabei verlorene Knochen wächst nicht nach. Deshalb lohnt es sich, eine Zahnfleischentzündung früh ernst zu nehmen.
Warum es manche häufiger trifft
Die Reinigung der Zahnzwischenräume ist die häufigste Lücke. Die Zahnbürste erreicht rund drei Viertel der Zahnoberfläche, der Rest liegt zwischen den Zähnen.
Verhärteter Belag lässt sich zu Hause nicht mehr entfernen. Seine raue Oberfläche bietet neuen Bakterien Halt.
Rauchen verschlechtert die Durchblutung des Zahnfleischs. Die Entzündung besteht dann oft weiter, ohne dass es sichtbar blutet.
Auch ein trockener Mund, hormonelle Veränderungen etwa in der Schwangerschaft, ein schlecht eingestellter Diabetes und bestimmte Medikamente machen das Zahnfleisch anfälliger.
Was die Reizung zurückgehen lässt
Putzen Sie zweimal täglich mit einer weichen Bürste und wenig Druck. Harte Borsten und kräftiges Schrubben verletzen den Zahnfleischsaum zusätzlich.
Reinigen Sie die Zahnzwischenräume einmal täglich. Bei engen Räumen mit Zahnseide, bei weiteren mit Interdentalbürsten in passender Größe. Die richtige Größe zeigt Ihnen die Zahnarztpraxis.
Putzen Sie an blutenden Stellen weiter. Die Blutung ist ein Zeichen der Entzündung, nicht ihre Folge. Nach einigen Tagen konsequenter Reinigung lässt sie in der Regel nach.
Lassen Sie Zahnstein regelmäßig entfernen. Ohne das bleibt die Reizquelle bestehen, egal wie gründlich Sie putzen.
Wer raucht, verbessert die Aussichten deutlich durch einen Rauchstopp.
Wann zum Zahnarzt
Vereinbaren Sie einen Termin, wenn einer dieser Punkte zutrifft:
- die Blutung besteht nach zwei Wochen konsequenter Reinigung weiter
- das Zahnfleisch zieht sich sichtbar zurück oder Zähne wirken länger
- Zähne lockern sich oder verschieben sich
- anhaltender Mundgeruch trotz guter Mundhygiene
- Schmerzen, Eiter oder eine Schwellung im Kieferbereich
- Fieber zusammen mit Beschwerden im Mund
Die letzten beiden Punkte gehören zeitnah abgeklärt.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Diagnose oder Beratung.
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Quellen & Hinweise
- Deutsche Gesellschaft für Parodontologie: Patienteninformationen zu Gingivitis und Parodontitis. dgparo.de
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Zahnfleischentzündung. gesundheitsinformation.de


